Diskussionspapier Nr. 19 erschienen

Rullang, Emrich & Pierdzioch (2017): Why do referees end their careers and which factors determine the duration of a referee’s career?

Against the background that the number of referees has been falling in recent years, the German Football Association (DFB) needs to answer two key questions: (i) Why do referees end their careers, and, (ii) which factors determine the duration of referee careers? We studied these questions using data from a questionnaire study of former referees. Results of estimating linear regression models and a Cox model show that the duration of a typical referee career depends, among other factors, on how a referee thinks that the career developing according to his or her plan, and on whether the referee is successful in coping with insults, threats, and violence. The “survival rate” of a referee increases in the subjective evaluation of the importance of football-specific know-how. Approximately 39 % of the former referees stated that the end of their referee career could have been prevented.

 

 

Publikationen von Institutsmitgliedern

Frenger (2016) Untersuchungen zum Problem- und Geschäftsfeld Doping. eine sozioökonomische Analyse auf Mikro- und Makroebene

Das Problemfeld Doping ist im Diskurs zu sportlichen Ereignissen ebenso präsent, wie die sportlichen Leistungen selbst. Doping als eine Form abweichenden Verhaltens ist somit unmittelbar mit dem Sport verbunden, wird jedoch meistens negativ bewertet und stellt somit im Rahmen des sportlichen Geschehens ein „soziales Problem“ dar. Eine derart populäre Thematik ist nicht davor gefeit, dass sich Meinungen und Vorstellungen verfestigen, denen an vielen Stellen empirische Befunde entgegen stehen oder auch gänzlich fehlen. An dieser Stelle setzt die kumulative Arbeit an, in der fünf „Mythen“ zum Problem- und Geschäftsfeld Doping einer genaueren oder erstmaligen empirischen Prüfung unterzogen werden. Diese Mythen betreffen Argumente für eine Ausweitung der Anti-Doping-Politik bzgl. Strafen und zum Schutz der Athletengesundheit, die Perspektive der Zuschauer und Medien, die Verbindung zwischen Einkommenschancen und Doping ebenso wie die Verbreitung des „Problems“ im Breitensport. Die zugrunde liegenden Studien sind in ein größeres Forschungsnetzwerk eingebettet, in dem interdisziplinär und auf unterschiedlichen Ebenen das Thema beleuchtet wird. Ein Schwerpunkt stellt dabei die sozioökonomischen Perspektive da und hierbei die grundlegenden Annahmen rational handelnder Akteure sowie Kosten-Nutzen-Kalkuationen zur Erreichung eines Optimums.

 

 

Diskussionspapier Nr. 18 erschienen

Flatau & Emrich (2016): Exzessiver passiver Sportkonsum – Ist die Sucht nach Stadionfußball rational?

In dem Beitrag wird das Konsumverhalten von Fußballstadionbesuchern empirisch untersucht. Dabei gehen wir den Fragestellungen nach, (1) welcher Nutzen aus dem passiven Fußballkonsum im Stadion erwächst, (2) unter welchen Bedingungen dieser Konsum als „Sucht“ werden kann und (3) inwieweit eine solche Sucht als „rational“ bezeichnet werden kann. Die Befunde bestätigen die Annahmen, dass der Nutzen des Zuschauens mit bestimmten Arten des Konsumkapitals (Erfahrung und Information) zunimmt und dass obsessiver Konsum mit höherem Nutzen im Allgemeinen sowie sozialem Nutzen im Speziellen assoziiert ist.

 

 

 

Diskussionspapier Nr. 17 erschienen

Haut (2016): International Prestige through Sporting Success? Searching Empirical Evidence.

A central argument for public funding of elite sport is the claim that success at Olympic Games or world championships would lead to increasing international prestige for the country as a whole. While this assumption seems plausible in general, it clearly lacks specification. Therefore, in a first step several theoretical approaches are discussed, in order to unpack which forms of prestige can be sought by states in which kind of sports and events. Subsequently, the (rather limited!) state of empirical research on the topic is summarized. The few available results already reveal that the formula “the more success, the more prestige” is all too simple. As a consequence, possible methodological approaches and available indicators for sport-induced changes in international prestige are presented and discussed. The paper concludes by suggesting concrete steps towards a more systematic analysis of the questions at stake.

 

 

Diskussionspapier Nr. 16 erschienen

Emrich, Pierdzioch & Rullang (2016): For the love of football? Using economic models of volunteering to study the motives of German football referees.


Using data for a large sample of German football referees, we studied the motives for becoming a football referee. Based on a long modeling tradition in the literature on the economics of volunteering, we studied altruistic motives (public-goods model) versus non-altruistic (egoistic private-consumption motives and human-capital motives). We differentiated between self-attributed and other-attributed motives. We found that altruistic motives on average are less strong than other motives. Other-attributed altruistic motives are stronger than self-attributed altruistic motives, indicating the presence of a self-interest bias. We further found that referees who report strong altruistic motives have a higher willingness to quit refereeing when other referees would referee more matches, consistent with the public-goods model. In line with the human-capital model, altruistic motives are stronger for senior referees. Altruistic motives are also stronger for those referees who view refereeing as a volunteer activity.

 

 

Schriften des europäischen Instituts für Sozioökonomie e.V.

Band 11 der Reihe "Schriften des europäischen Instituts für Sozioökonomie e.V." erschienen:

Fröhlich, Gassmann & Emrich (2015) Zur Strukturanalyse des Mehrkampfes in der Leichtathletik: eine empirische Studie zum Zusammenhang von Leistung und Erfolg im Siebenkampf der Frauen und Zehnkampf der Männer

Der objektiven Leistungsbewertung innerhalb der Leichtathletik kommt eine hohe Bedeutung zu, sie bedingt auch zu einem hohen Anteil die Attraktivität dieser Sportart für Wettkämpfer und für Zuschauer. Jeder kann z.B. sofort erkennen, wer den 100-m-Lauf gewonnen hat und über die objektive Zeitmessung weiß man sofort, in welchem Verhältnis die gemessenen Zeiten zum Rekordinhaber bzw. anderen Mitbewerbern im selben und in anderen Wettkämpfen stehen. Mittels Höhen- und Weitenmessung ist ebenfalls sofort ersichtlich, welche Frau am höchsten springen bzw. den Speer am weitesten werfen kann. Die gemessene Leistung in Zentimetern, Metern und Sekunden ist es dann, die unter sonst gleichen Bedingungen über den Rangplatz im Wettbewerb entscheidet.
Während diese Leistungsermittlung für die verschiedenen Einzeldisziplinen innerhalb der Leichtathletik eine hinreichend genaue Art der Messung und damit der Transformation eines empirischen Relativs in ein numerisches Relativ darstellt, ergeben sich für die Mehrkämpfe in der Leichtathletik Probleme, die gemessenen Werte in den Einzeldisziplinen gleichgewichtet in Punkte zu übertragen, woraus wiederum einerseits Probleme für die Objektivität der Rangplätze resultieren können und andererseits der raum-zeitlich übergreifende Leistungsvergleich in Punkten ebenfalls ebenso Unsicherheiten aufweisen kann wie die Gleichgewichtung der Einzeldisziplinen in ihrem Beitrag zur in Punkten transformierten Gesamtleistung. Das bedeutet, es entscheidet nicht mehr nur die absolute erbrachte Leistung in der Einzeldisziplin über die Platzierung, sondern die Transformation der Leistung wird mithin zum leistungsbestimmenden Kriterium. Damit werden die Transformationsregeln als solche wichtig. Ihr Einfluss auf das Ergebnis der Leistungsbewertung und damit auf das Wettkampfergebnis wird im Rahmen von drei empirischen Studien untersucht.